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Der Leverage – Effekt

Hebeleffekt / Hebelwirkung

FiRST-SERViCE GmbH / Kelkheim Leverage – EffektDer Leverage - Effekt (englisch für Hebeleffekt / Hebelwirkung) ist ein finanzwirtschaftlicher Begriff, der allgemein Situationen beschreibt, bei dem kleine Variationen einer Variablen X zu vergleichsweise großen Veränderungen einer anderen Variablen Y führen.

Falls die Gesamtkapitalrentabilität rGK höher ist als der Fremdkapitalzinssatz rFK, erhöht sich mit zunehmendem Verschuldungsgrad V (Verhältnis von Fremd- und Eigenkapital) die Rendite rEK des eingesetzten Eigenkapitals (auch Eigenkapitalrentabilität genannt).

Unter der Prämisse, dass der Fremdkapitalzinssatz auch bei hohem Verschuldungsgrad (FK/EK) konstant ist, gilt folgende allgemeine Beziehung:

FiRST-SERViCE GmbH / Kelkheim Leverage – Effekt

 

1. Beispiel: Grundfall

Ein Unternehmen kann ein Projekt mit einer Rendite auf das eingesetzte Kapital (rGK) von 10 Prozent erzielen.

Das gesamte eingesetzte Kapital beträgt 1.000 Euro (bzw. Währungseinheiten) und wurde hälftig durch Eigenkapital (EK) und Fremdkapital (FK) (also je 500 Euro - bzw. Währungseinheiten -) finanziert.

(Die folgenden Ausführungen werden vereinfachend in Euro beschrieben sowie zur Veranschaulichung ebenfalls unter Verwendung von ganz einfachen Zahlenbeispielen. Der fortgeschrittene Leser möge diese dann bei Bedarf durch komplexere Beispiele ersetzen)

Der Gewinn vor Zinsen beträgt somit 100 Euro (rGK 10 % * 1.000 Euro Kapitaleinsatz).

Der Zinssatz für das Fremdkapital (FK - Zins) soll 2 Prozent betragen.

Der FK - Zins, den das Unternehmen bezahlen muss, beträgt somit 2 Prozent von 500 Euro = 10 Euro.

Der Gewinn von 100 Euro abzüglich 10 Euro = 90 Euro verbleibe bei dem Unternehmen.

Die Eigenkapitalrendite beträgt in diesem Grundfall somit (90 Euro Gewinn / 500 Euro Eigenkapital) * 100 = 18 Prozent.

Der Leverage - Effekt (in Bezug auf das eingesetzte Eigenkapital) beträgt in diesem Beispiel 90 Euro (als Differenz aus Rendite und Zinsaufwand), also 100 Euro Gewinn - 10 Euro FK - Zins oder 18 Prozent.

 

2. Beispiel (Falländerung):

Absenkung des Eigenkapitals

Dasselbe Unternehmen (rGK 10 Prozent, FK - Zinssatz 2 Prozent) reduziert nun seinen Eigenkapitalanteil am Projekt von 500 Euro um 300 Euro auf 200 Euro.

Für diese "Lücke" von 300 Euro kommt weiteres Fremdkapital mit zunächst unverändertem FK - Zinssatz hinzu. Somit beträgt das Fremdkapital nun 500 Euro zuzüglich 300 Euro = 800 Euro.

Aus dem unveränderten Rohgewinn von 100 Euro müssen nun 16 Euro (800 Euro * 2 %) für Zinsen - vorher 10 Euro - bezahlt werden, also 6 Euro mehr (aus 300 Euro Mehr - FK * 2 %).

Der Rest des Gewinnes beträgt 84 Euro (= 100 Euro Gewinn abzüglich 16 Euro Zinsen), der mit nur 200 Euro eingesetztem EK erwirtschaftet wurde.

Die EK - Rendite bzw. der Leverage - Effekt beträgt jetzt 42 Prozent (84 Euro Gewinn / 200 Euro EK) *100)).

Die aus der Verminderung des Eigenkapitals "freigewordenen" 300 Euro (ausgehend von 500 Euro aus dem 1. Beispiel) müssen nun – nach den Daten der Ausgangslage - auch zum FK - Zinssatz von 2 % - alternativ - angelegt werden, um den ursprünglichen absoluten Gewinn von 100 Euro zu erwirtschaften.

 

3. Beispiel (Falländerung):

Drastische Erhöhung des Fremdkapital - Zinssatzes

Plötzlich sei für das Fremdkapital ein Zinssatz von 12 Prozent zu bezahlen (vorher 2%)!

Aus dem Rohgewinn von 100 Euro sind jetzt 96 Euro an FK - Zinsen zu bezahlen (800 Euro FK * 12 % Zinssatz)!

Für das Unternehmen verbleibt nur noch ein Restgewinn von 4 Euro (100 Euro Gewinn – 96 Euro Zinsen)!

Die EK - Rendite bzw. der Leverage – Effekt beträgt jetzt nur noch 2 Prozent (4 Euro Gewinn / 200 Euro EK) *100))!

 

Schlussfolgerungen

Im Beispiel 2 lag die Gesamtkapitalrendite (rGK) von 10 % noch - deutlich - über dem FK - Zinssatz von 2 %.

In einer solchen Situation ist es demzufolge grundsätzlich sinnvoll, Eigenkapital durch Fremdkapital zu ersetzen.

(In steuerlicher Hinsicht lässt sich wegen des Ansatzes der Fremdkapitalzinsen als als Betriebsausgabe darüber hinaus sogar noch ein weiterer Steuervorteil erzielen)

Wäre die Gesamtkapitalrendite dagegen geringer als der Zinssatz für Fremdkapital (im Beispielsfall etwa 1 % statt 10 %), so würde es zweckmäßiger sein, die Investition zu unterlassen und das Eigenkapital zu FK - Zins - im Beispiel 1 in Höhe von 2 % - anzulegen (alternative Kapitalverzinsung zum Beispiel durch Wertpapieranlage).

In dieser Situation (d.h. Gesamtkapitalrendite kleiner als Fremdkapitalzinssatz) und daraus folgend Verzicht auf die Investition, also Verzicht auf die Aufnahme von Fremdkapital, würde im Gegensatz zu den 4 Euro Restgewinn aus dem 3. Beispielgrundsätzlich mehr Ertrag erwirtschaftet werden, und zwar ohne Investitionsrisiko:

  • Entweder 500 Euro EK * 12 % = 60 Euro Gewinn (= Eigenkapital des 1. Beispiels)
  • oder 200 Euro EK * 12 % = 24 Euro Gewinn (= verbleibendes Eigenkapital des 2. Beispiels).

Der Hebeleffekt, also die Erhöhung der Eigenkapitalrendite durch weiteren Einsatz von Fremdkapital, wirkt sich demzufolge nur so lange positiv aus, wie der FK - Zins niedriger ist als die Gesamtkapitalrendite.

Aus Beispiel 3 geht auch hervor, dass sich bei weiter verteuerndem Fremdkapital oder bei einbrechender Gesamtrendite der Hebel auch ins Negative umkehren kann.

 

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